Hoffnung für Osteuropa

"Hoffnung für Osteuropa" - Netzwerk gegen Armut und Ausgrenzung

"Hoffnung für Osteuropa" wurde 1994 als Antwort auf den tiefgreifenden Wandel in den Ländern des ehemaligen Ostblocks ins Leben gerufen. Die junge Aktion versteht sich als Anwalt der Menschen, die besonders unter den Folgen der Neustrukturierung der Gesellschaften Osteuropas zu leiden haben. "Hoffnung für Osteuropa" will Hilfe zur Selbsthilfe leisten und fördert deshalb den Aufbau langfristiger Strukturen in der Kirche und Diakonie. So entstehen Arbeitsplätze im sozialen Bereich, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden fortgebildet, Kinder, alte Menschen, Kranke, Behinderte erhalten Hilfen und Betreuung. Schon lange engagieren sich Kirchengemeinden, Gruppen und einzelne Familien in der Evangelischen Kirche der Pfalz für die Aktion. Seit vielen Jahren bestehen Partnerschaften und inzwischen auch Freundschaften zwischen Pfälzer Gemeinden und Christen in Russland, der Ukraine, in Weißrussland, Polen und Rumänien.

Spendenkonto

Hoffnung für Osteuropa
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"Brücken bauen - Sprache und Begegnung"

Unter diesem Motto steht die pfälzische Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ im Jahr 2021. Die Eröffnung, die wir sonst am ersten Sonntag in der Passionszeit (Invocavit) feiern, wird in diesem Jahr voraussichtlich am 5. September in der Stiftskirche in Neustadt stattfinden.

„Brücken bauen“, das möchten wir mit unseren annähernd 10 Projektpartner*innen in Georgien, Moldawien, Polen, Rumänien und Weißrussland. Dies und auch „Sprache und Begegnung“ pflegt besonders der

Arbeitskreis Ukraine-Pfalz

1989, als sich die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz mit dem Thema „Versöhnung mit den Völkern der Sowjetunion“ beschäftigte, hätte wohl niemand gedacht, dass daraus eine wahre Erfolgsgeschichte würde. Denn die Evangelische Erwachsenenbildung Pfalz wurde beauftragt, das Thema weiter zu bearbeiten und beschloss, mit Hilfe des Christlichen Friedensdienstes Frankfurt, zu Friedensräten, Kirchen und Gruppen in der Ukraine Kontakt aufzunehmen. Zu dieser Zeit war die Einteilung der Welt in Ost und West noch allgegenwärtig und Vertrauen musste erst aufgebaut werden. Im Juni 1992 fand unter der Leitung von Pfarrer Hermann Kuntz die erste Reise von etwa 30 Delegierten aus zehn Gemeinden und aus der Landessynode in die Ukraine statt. Sie besuchten die Gebiete Winniza, Poltawa, Nikolajew, Odessa und Ushgorod (Transkarpatien). Partner waren Friedensräte, der deutsche Kulturverein Palanok und reformierte, lutherische, römisch-katholische und orthodoxe Kirchengemeinden. Von diesen zehn Gemeinden, die an der ersten Reise teilnahmen, sind insbesondere die protestantische Kirchengemeinde Lachen-Speyerdorf, die Friedenskirchengemeinde Kaiserslautern und die Kirchengemeinde Limburgerhof noch immer aktiv und haben sich im Arbeitskreis Ukraine-Pfalz zusammengeschlossen.

Der Arbeitskreis steht heute auf vier Standbeinen:

  • Versöhnung mit den ehemaligen Zwangsarbeiter*innen
  • Humanitäre Hilfe
  • Engagement in der medizinischen Versorgung
  • Stipendien für Gastsemester an Germanistikstudierende aus Odessa, Ushgorod und Poltava (Universität Landau)

Nachdem anfänglich besonders die humanitäre Hilfe (Kleiderspenden, Engagement für Kinder, Senioren, Kranke und Flüchtlinge) sowie die Versöhnung mit den ehemaligen Zwangsarbeiter*innen im Vordergrund standen, wurde nach und nach der Schwerpunkt auf eine zukunftsgerichtete Zusammenarbeit gelegt. Denn neben der Versöhnungsarbeit, die nie endet, soll diese Zusammenarbeit auch in der Zukunft geführt werden. Der Arbeitskreis steht bis heute mit zehn noch lebenden ehemaligen Zwangsarbeiter*innen, die im 2. Weltkrieg in Deutschland arbeiten mussten, während deutsche Wehrmachtssoldaten in der Ukraine Unheil anrichteten, in Kontakt. Er unterstützt mit jährlich vier bis fünf LKW-Ladungen voller Kleidung, Betten und Spielzeug die Menschen und er unterstützt Ärzte mit Hospitationen in deutschen Krankenhäusern oder mit medizinischen Geräten. Außerdem soll die Arbeit verjüngt werden, daher rücken die (mehr als 70) Stipendien für Gastsemester mehr und mehr in den Mittelpunkt der Arbeit. Zwei bereits erfolgreich durchgeführte Jugendbegegnungsfahrten (nach Odessa und Mukatschewo) zeigen, dass der Generationenwechsel wohl gelingt und die Arbeit fortgeführt werden kann.

Vor dem Hintergrund der immer noch herrschenden Armut und dem Krieg im Osten des Landes wird auch die humanitäre Hilfe noch lange benötigt werden, weswegen die Ukraine dieses Jahr wieder Schwerpunktland der Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ ist, um das Augenmerk auf dieses Land, das doppelt so groß wie Deutschland ist und direkt an der EU-Außengrenze liegt, zu lenken.

Seit 1992 fanden – außer in der gegenwärtigen Pandemie – jedes Jahr Besuche von pfälzischen Kirchengemeinden in der Ukraine statt, besonders in Transkarpatien mit den Städten Mukatschewo und Ushgorod sowie in Odessa. Diese Besuche sollen spätestens nächstes Jahr wieder aufgenommen werden, damit sich die Mitglieder des Arbeitskreises selbst ein Bild von den Hilfen machen können.

Autor: Carsten Hofsäß

Hoffnung für Osteuropa unterstützt Buchprojekt in Polen

"Zamordowane wsie" - "Gemordete Dörfer": Über vergessene Massaker an der dörflichen Zivilbevölkerung während der deutschen Besatzungszeit

Die Aktion Hoffnung für Osteuropa unterstützte das von Pfarrerin Barbara Phieler initiierte Buchprojekt über vergessene Massaker an der dörflichen Zivilbevölkerung während der deutschen Besatzungszeit in Polen im ehemaligen „Bezirk“ Bialystok.  Das Buch trägt den polnischen Titel: „zamordowane wsie“ - wörtlich: „Gemordete Dörfer“ und ist jüngst erschienen.

Das Diakonische Werk Pfalz wird für seine Unterstützung des Buchprojektes von der Stiftung „Fürst Konstanty (Wasyl) Ostrogski“ (1526 – 1608) ausgezeichnet werden. Die Preisverleihung sollte am 11. Mai in Hajnowka während der Eröffnung des Internationalen Festivals für orthodoxe Kirchenmusik stattfinden. Coronabedingt wurden das Festival und die Preisverleihung abgesagt. Der Preis wird nun bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit überreicht werden.

In der Begründung des Preiskomitees heißt es: „Ein Beispiel für die Bemühungen des Diakonischen Werks um Versöhnung ist die Initiative von B. P. ein Buch herauszugeben (das in diesem Jahr im Verlag der Stiftung „Fürst Konstanty (Wasyl) Ostrogski“ erscheint) mit dem Titel „zamordowane wsie“ wörtlich: „Gemordete Dörfer“. Es geht darin um ´Pazifizierungen´ während der deutschen Besatzungszeit im ehemaligen ´Bezirk´ Bialystok. Es ist eine große und mutige Geste, über die Verbrechen des eigenes Volkes zu sprechen. Das Buch, das an die Opfer des deutschen Faschismus erinnert, ist ein Verweis darauf, dass wirkliche Versöhnung möglich ist auf der Grundlage von Wahrheit und gegenseitiger Vergebung.“