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Hunger nach Gerechtigkeit - Brot für die Welt startet 61. Aktion

61. Aktion Brot für die Welt mit Festgottesdienst in Kusel eröffnet. Der Einsatz für Gerechtigkeit geht weiter, um den Hunger nach Gerechtigkeit zu stillen

Speyer/Kusel (dwp). Mit einem Aufruf zu Solidarität und Gerechtigkeit sowie Frieden und Versöhnung in der Einen Welt eröffnete der pfälzische Kirchenpräsident Dr. h. c. Christian Schad am 1. Advent in der Kuseler Stadtkirche die Spendenaktion Brot für die Welt, die wie im vergangenen Jahr auch unter dem Motto „Hunger nach Gerechtigkeit“ steht. „Nur, wo Frieden und Gerechtigkeit sich küssen, wie es im 85. Psalm heißt, nur wo aus Feinden Freunde werden, kann Ungleichheit überwunden und eine die Würde aller Menschen achtende Weltordnung etabliert werden“, sagte der Kirchenpräsident in seiner Predigt.

Pfälzer Projekt: Botschafter des Friedens

In diesem Sinn habe man ein Projekt als Pfälzer Schwerpunktprojekt gewählt, in dem es darum geht, junge Menschen aus Konfliktregionen des Kaukasus zusammen zu bringen und durch Begegnung Vorurteile abzubauen und Versöhnung anzubahnen.

Vor 60 Jahren in dem Bewusstsein gegründet, dass wirkliche Hilfe stets Hilfe zur Selbsthilfe sein muss, gehört die Überwindung von Hunger und Armut nach wie vor zu den Schwerpunkten von Brot für die Welt – ebenso wie die Stärkung von Bildung und Gesundheit sowie der Einsatz für den Erhalt der Umwelt und die Wahrung der Menschenrechte. Das evangelische Hilfswerk zeigt konsequent die Ursachen von Hunger, Armut und Menschenrechtsverletzungen auf und verdeutlicht, dass ein Lebensstil geprägt von Überfluss und Überangebot dafür mitverantwortlich ist.

Die von der Referentin für Ökumenische Diakonie, Pfarrerin Corinna Weissmann, vorgestellten Projekte von Brot für die Welt und ihren Partnerorganisationen spiegeln die thematische Bandbreite der Hilfsaktion wider. Um fairen Handel geht es in dem Projekt „Mit Bio-Bananen aus der Armut“ (Peru). Das Thema Ernährungssicherung durch ökologische Anbaumethoden, innovative Bewässerungstechniken und Sortenvielfalt steht im Fokus des Projekts „Keine Angst mehr vor Hunger“ (Tansania). „Beistand für die Unberührbaren“ (Indien) ist ein Menschenrechtsprojekt. Das diesjährige Pfälzer Projekt – „Botschafter des Friedens“ (Armenien) – bringt junge Menschen aus verschiedenen Konfliktregionen des Kaukasus zusammen.

Thema Gerechtigkeit bewegt Jugendliche

Auch im Eröffnungsgottesdienst stand das Thema „Hunger nach Gerechtigkeit“ im Mittelpunkt. So gestaltete die evangelische Jugendzentrale Kusel unter Leitung von Jugendreferentin Petra Seibert das Anspiel „Waage der Gerechtigkeit“, das sich mit den verschiedenen Facetten der Gerechtigkeit befasste.  An dem Gottesdienst zur pfalzweiten Eröffnung von Brot für die Welt wirkten Dekan Lars Stetzenbach, Pfarrerin Isabell Aulenbacher, Diakoniepfarrer Albrecht Bähr, Pfarrerin Sabine Jung, Abteilungsleiterin und Mitglied der Geschäftsführung im Diakonischen Werk Pfalz, sowie Pfarrerin Corinna Weissmann, Referentin für Ökumenische Diakonie im Diakonischen Werk Pfalz, mit. Mitwirkende im Gottesdienst waren zudem der Tanzkreis „Körper und Seele bewegen“, der Projektchor der Dekanate Kusel und an Alsenz und Lauter mit Band sowie Ehrenamtliche der Jugendzentrale Kusel. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen von Bezirkskantor Tobias Markutzik.

Über eine Million Euro Spenden aus der Pfalz und der Saarpfalz

Brot für die Welt wurde 1959 gegründet und feiert in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag. Aktuell fördert das weltweit tätige Hilfswerk der evangelischen Landes- und Freikirchen und ihrer Diakonie gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen über 1.500 Projekte zur Überwindung von Hunger, Armut und Ungerechtigkeit in mehr als 90 Ländern.

Die Menschen in der Pfalz und der Saarpfalz haben im vergangenen Jahr 1.041.172 Euro für Brot für die Welt gespendet. In dieser Summe sind Kollekten und Spenden, die in Kirchengemeinden gesammelt wurden, sowie direkte Überweisungen an das evangelische Hilfswerk zusammengefasst. Das Spendenaufkommen bewegt sich damit trotz eines leichten Rückgangs auf dem Niveau des Vorjahres (1.048.908 Euro) Euro). Die meisten Spenden gingen – mit 1,75 Euro pro Kirchenmitglied – im Kirchenbezirk Frankenthal ein, gefolgt vom Kirchenbezirk Neustadt mit 1,68 Euro pro Kirchenmitglied und dem Kirchenbezirk Bad Dürkheim-Grünstadt mit 1,62 Euro pro Kirchenmitglied.

Jedes Jahr bescheinigt das Gütesiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) Brot für die Welt erneut den verantwortungsvollen und satzungsgemäßen Umgang mit Spendengeldern und angemessene Verwaltungsausgaben. 91,2 % der zur Verfügung stehenden Mittel fließen konkret in die Projektarbeit, 8,8 Prozent in Werbung, allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung. Beim DZI-Siegel entspricht dies der besten Kategorie “niedrig“ (niedrig = unter 10 Prozent Verwaltungsausgaben).

Deutschlandweit einheitliches Spendenkonto von Brot für die Welt:

Bank für Kirche und Diakonie
IBAN: DE 10 100 610 060 500 500 500
GENODED1KDB

Zum Weiterlesen

Diakonie aktuell  48/2019 (PDF-Datei, 967 KB)