Veranstaltungen

Diakonisches Werk Pfalz

50 Jahre Diakonie in Neustadt an der Weinstraße.

Das Haus der Diakonie in Neustadt an der Weinstraße feierte sein 50jähriges Jubiläum im prot. Gemeindehaus Neustadt-Haardt mit Vertretern des Diakonischen Werkes Pfalz, dem Kirchenbezirk Neustadt, der Kommunalpolitik sowie aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden. Den Rahmen der Feier bot sowohl eine humorvolle künstlerischen Einlage des Hausmeister-Duos Hilde und Herbert, die darin Überblick über das Wirken der Diakonie boten, wie die musikalischen Beiträge von Bezirkskantor Simon Reichert mit zwei klassischen Klavierstücken sowie dem Blues-Duo Ulrich Hochlechner (Gitarre) und Michael Heid (Mundharmonika).

Moderiert wurde die zweitstündige Veranstaltung von Agim Kaptelli, Vorstand Soziales und Freiwilligendienste im Diakonischen Werk Pfalz und derzeitiger Regionalleiter Region Mitte. Er blickte auf die Geschichte des Hauses der Diakonie zurück, das sich aus kleinen Anfängen im Laufe der Jahrzehnte an die sich verändernden Beratungsbedürfnisse angepasst hat und heute eine Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendlichen, den Kinderschutzdienst Mittelhaardt, die Sozial- und Lebensberatung sowie die Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung umfasst. "Wir sind ein wichtiger Baustein im sozialen Miteinander in Kommune und Landkreis", ordnete Agim Kaptelli das Haus der Diakonie ein. Er dankte Kommune und Landkreis für die gute Zusammenarbeit, mit der der gemeinsame Sozialraum gut gestaltet werden könne. Für die Zukunft sieht Kaptelli ein Zeitalter der Innovation, auch in Bezug auf soziale Arbeit. "Wir dürfen nicht stehen bleiben, sondern müssen uns weiterentwickeln."
Der Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werkes Pfalz und Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr stellte in seinem geistlichen Impuls die Frage: "Was sucht ihr?". Menschen, die zur Diakonie kommen sind auf der Suche, und treffen auf einen Ort, an dem sie "mehr sind als ihre Probleme". Diakonie kann so ein Ort sein, wo Menschen gesehen werden, nicht allein sind und Mensch sein dürfen. Er wünschte dem Haus der Diakonie für die nächsten Jahrzehnte "nicht perfekte Strukturen, sondern Menschen mit offenen Augen und Herzen".

Der Oberbürgermeister von Neustadt, Marc Weigel, hob hervor, dass sich in den letzten fünf Jahrzehnten das Verständnis davon, wie man miteinander umgeht, geändert habe. Bei diesem Wandel habe man im Haus der Diakonie nicht gewartet, "bis aus gesellschaftlichen Problemen Paragraphen wurden, sondern habe gehandelt". Besondere Leistung sei die fachliche Beratung mit der Fähigkeit zur Nähe zu den Menschen, dabei aber hohe Professionalität. "Die Themen ändern sich, der Auftrag bleibt", so sein Fazit, und er lobte die gute Zusammenarbeit von Diakonie und Stadt als Netzwerk für die soziale Infrastruktur. Ähnlich formulierte es der Landrat des Kreises Bad Dürkheim, Hans-Ulrich Ihlenfeld. Was in den 1970er Jahren mit Ehrenamtlichen begann, habe sich zu Professionalität entwickelt. "Beratung ist heute noch notwendiger als vor 50 Jahren." Dabei werde es Veränderungen geben, denn Beratung könne nicht paragraphen-gesteuert sein, sondern müsse den einzelnen Menschen und seine Identität in den Blick nehmen. Auch der Neustadter Dekan Andreas Rummel betonte die Professionalität. Er konstatierte, dass Diakonie sich von den Gemeinden entfernt habe, und man wieder dahin zurückkehren müsse. "Wir dürfen nicht warten, dass die Menschen in unsere Institutionen kommen, sondern müssen zu den Menschen kommen." "Kirche wird da sichtbar, wo Diakonie ist."
Abschließend berichtete der 18-jährige Finn von seiner positiven siebenjährigen Erfahrung mit der Kinder- und Jugendhilfe, die ihn immer geholfen und aufgebaut habe. (acl)