Diakonisches Werk Pfalz
Zuhören und fragen – Haus der Diakonie in Speyer feiert Jubiläum.
Mit einem Festgottesdienst in der Speyerer Gedächtniskirche hat die Sozial- und Lebensberatung (SLB) des Hauses der Diakonie Speyer am Sonntag ihr 80-jähriges Bestehen gefeiert. Im Mittelpunkt standen die Mitarbeitenden, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen begleiten und unterstützen. Ehemalige und aktuelle Mitarbeitende, Ehrenamtliche, Kooperationspartner und Gäste kamen zum Festakt zusammen.
„Im Mai 1946 wurde der Evangelische Gemeindedienst eingerichtet, um materielle Hilfe für hungernde und arme Menschen zu leisten“, erinnerte Dekanin Mirjam Dembek an die Anfänge. Heute unterstützt ein Team aus Fachkräften Menschen bei Fragen rund um Schwangerschaft, Verschuldung und Migration. Birgit Lommel, Regionalleiterin Ost und Leiterin des Hauses der Diakonie Speyer, würdigte die Professionalität und das Engagement der Mitarbeitenden in den verschiedenen Beratungszweigen. „Ich bin beeindruckt vom Einsatz, mit dem sie allen Menschen, die zu uns kommen, begegnen. Jeder ist willkommen, so wie er ist.“ Sie dankte auch den Ehrenamtlichen und Kooperationspartnern für ihre Unterstützung.
„Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe“
Wie die tägliche Arbeit aussieht, berichteten die Mitarbeiterinnen Pavleta Mlekanova und Julia Hoffmann im Interview: „Wir hören erst einmal mit offenem Ohr zu und begegnen den Menschen auf Augenhöhe und mit Respekt.“ Manchmal könne bereits ein Anruf helfen, andere Fälle erforderten Geduld und Durchhaltevermögen. „Wir nehmen den Menschen die Probleme nicht ab, aber begleiten durch sie hindurch“, erklärten die beiden. Auch für die Beratenden seien Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung wichtig. In ihrer Predigt zog Dekanin Dembek eine Parallele zur Ostergeschichte: Krisenhilfe beginne damit, zuzuhören, gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln und den Alltag Schritt für Schritt zu bewältigen. Diakonie-Vorstand Agim Kaptelli dankte den Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen für ihre Kreativität und den Biss angesichts der heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Wohnungsnot, Armut und Migration. Besonders würdigte er ehemalige Mitarbeiterinnen, die mehr als 40 Jahre in der Dienststelle aktiv waren.
Beim geselligen Miteinander im Martin-Luther-King Haus konnten Interessierte mit Mitarbeitenden ins Gespräch kommen, sich an Informationsständen einen Überblick über die Beratungsthemen verschaffen und bei Kaffee, Kuchen und Fingerfood verweilen.
Den Abschluss der Jubiläumsfeier bildete ein Charity-Konzert mit dem Klezmer-Quartett Heidelberg.
