Zum Inhalt - Zur Navigation

Inhalt

Deine Seite: Erfahrungen im FSJ

FSJ Teilnehmerin arbeitet mit Kindern

Was unsere Freiwilligen über ihr FSJ oder ihren BFD sagen...

Zitate von Teilnehmern von FSJ und BFD

FSJ Teilnehmerin spielt mit Kind
Im FSJ die Entwicklung von Kindern beobachten...
FSJ Teilnehmerin baut mit Kind
... und mit Kindern staunen.

(Alle Zitate wurden den Abschluss-Auswertungsbögen entnommen)

Das FSJ hat mich sehr viel weiter gebracht in meiner Entwicklung. Es war eine tolle Zeit, die ich nie bereuen werde.
Fabian, 20 (Kirchengemeinde)

Gestern haben mir die Kinder ein Bild gemalt. Es ist schön zu sehen, wie die Kinder mir mehr und mehr vertrauen.
Hannah, 19 (Ganztagsschule)

Zu Beginn definierte ich mein FSJ lediglich als "Zeitüberbrückung", nun würde ich es als Bereicherung in allen Bereichen meines Lebens bezeichnen.
Katharina, 20 (Kinder- und Jugendhilfe)

Das FSJ bringt so viel, sowohl für private Sachen, als auch für den beruflichen Bereich.
Romina, 20 (Kindertagesstätte)

Ich habe durch das FSJ neue Seiten und Fähigkeiten an mir entdeckt und gelernt, meinen Standpunkt zu vertreten und nicht nur 'mitzuschwimmen'.
Simone, 18 (Arbeit mit Menschen mit Behinderungen)

Vor dem FSJ hätte ich nie gedacht, dass die Arbeit mit Behinderten etwas für mich ist. Jetzt kenne ich meine berufliche Richtung und habe einen Ausbildungsplatz.
Johanna, 19 (Arbeit mit Menschen mit Behinderungen)

Ich habe die Kinder im FSJ täglich gesehen, konnte ihre Entwicklung beobachten und habe dazu beigetragen. Es war sehr schön zu sehen, was man erreichen kann.“
Katharina, 20 (Ganztagsschule)

Es ist unglaublich, wie viel mir ein Lächeln am Tag geben kann.
Daniel, 17 (Integrative Kindertagesstätte)

Der BFD war richtig gut für mich und hat mir auch weitergeholfen, nicht nur als Zeitüberbrückung sondern auch für meine Zukunft.
Lena, 17 (Kindertagesstätte)

Heute weiß ich, was ich will im Leben, hätte man mich vor einem Jahr gefragt, hätte ich gesagt, mal gucken vielleicht BWL oder so, damit ich was habe. Heute will ich im sozialen Bereich bleiben und weiß genau wo ich hin will.
Mareike, 20 (Werkstatt für psychisch Kranke)

Ich habe in den Seminaren gelernt, auf Leute zuzugehen und mich ihnen zu öffnen, sich einfach auch mal zu trauen.
Anna, 17 (Kindertagesstätte)

TanzMedia Workshop für FSJler im Rahmen des Blaudes Projekts im März 2014

Blaudes - Mehr als eine Farbe

Ein TanzMedia Workshop für FSJler mit dem Diakonischen Werk Pfalz im Martin-Butzer-Haus in Bad Dürkheim, März 2014

Von Katja Batzler

Ein Tanzfilm gegen Rassismus aus Sicht junger Menschen aus der Mehrheitsgesellschaft. Das Blaudes Team befragte die engagierten jungen Freiwilligen: Was passiert mit euch innerlich, wenn ihr Ausgrenzung und Diskriminierung miterlebt bzw. mitanseht? Was fühlt man beim Anblick solcher Situationen? Traut man seiner Wahrnehmung? Wann und wie kann man Zivilcourage zeigen? Wie zeigt man Solidarität mit Minderheiten? Vor der künstlerischen Umsetzung dieser Fragestellungen in Tanzbewegungen und bewegte Bilder, setzen sich die Teilnehmenden im zweitätigen Workshop mit einer historischen Begebenheit auseinander.

Pilotprojekt Blaudes 2012

Das Pilotprojekt Blaudes 2012 erinnerte nämlich an den Leidensweg der deutschen Sintezza Margarete Herzstein, die zur NS-Zeit nach Ausschwitz deportiert wurde. Ihre Kollegin Elfriede Garz musste sich damals genau solchen Fragen stellen: Was ist mit Margarete passiert? Was kann ich tun? Historiker/innen können nur vermuten, dass sie ihren Brief an die Polizei nur als Vorwand formulierte, um Informationen zu erhalten. Wenn dem tatsächlich so gewesen wäre, hat sie sich der Gefahr ausgesetzt, verhaftet zu werden wegen Kritik am Hitler-Regime und Solidarität mit Sinti&Roma. Elfriede Garz wurde von der Gestapo verhört, das kann belegt werden, über ihre wahren Motive und weiteren Lebensweg wissen wir nichts mehr…Was könnte sie gefühlt haben? Im Ausdruckstanz fragt man sich immer zuerst: Was bewegt mich? Dann erst fragt man sich: Wie bewege ich mich dazu?

Nah an der Kamera wirke ich groß und mächtig... weit weg...  klein und schwach

In diesem Blaudesprojekt in Kooperation mit der Diakonie Pfalz stiegen 10 FSJler mit tanzpädagogischen Übungen in die Thematik ein, um danach im direkten Videofeedback auf der Leinwand nach passenden bewegten Bildern zu suchen. Im Martin-Butzer-Haus in Bad Dürkheim herrschten ideale Voraussetzungen für die Videotanz-Methode "in Bildebenen tanzen". Eine fixierte Kamera filmte die Tänzer/innen aus einer festen Einstellung aus Untersicht. Die Tänzer/innen experimentierten mit dem Abstand zur Kamera und Bildausschnitten. Nah an der Kamera wirke ich groß und mächtig und weit weg vom Objektiv wirke ich klein und schwach - war eine Lernerfahrung. Ganz nebenbei lernten die Teilnehmenden körperlich begreifen, welche Wirkung bewusste Bildgestaltung hinterlässt und wie man das für Manipulation oder künstlerischen Ausdruck verwenden kann. Die Propaganda der Nationalsozialisten war meisterlich inszeniert und beherrschte die Medien. Exemplarisch und als Impuls wurden dazu Ausschnitte von Arbeiten der umstrittenen Filmemacherin und Tänzerin Leni Riefenstahl gezeigt.

Moderne kreative Gedenkarbeit mit und für junge Menschen ist das Ziel der Blaudes Projekte unter der Schirmherrschaft vom Landesverband der Sinti&Roma in Rheinland-Pfalz. Die Durchführung leisteten die freie Tanzpädagogin Nadja Winterstein und die Medienpädagogin Katja Batzler  (medien+bildung.com gGmbH), ein Künstlerteam mit hohem pädagogischen Know-How und bedarfsorientierter Arbeitsweise in der Tradition des TanzMedia-Ansatzes von medien+bildung.com. Als beauftragte gemeinnützige Firma der Landeszentrale für Medien & Kommunikation zog die Medienpädagogin Batzler auch Bezüge zur heutiger Medienmanipulation und Meinungsmache.

Vorurteile sind Nährboden für Diskriminierung und Ausgrenzung

Scribbed Reality - inszenierte Fernsehsendungen, die "echt" wirken und wie Dokumentationen "erscheinen" haben vielfältige fragwürdige Wirkungen bei jungen Menschen: Zum einen ist das Erkennen der Inszenierung nicht sicher, selbst wenn sie gekennzeichnet sind. Zu hinterfragen ist auch, ob eine solche Medienkultur nicht Haltungen kultiviert wie z.B. "Arme sind dumm" oder "Urlaub = Sex&Saufen".

Vorurteile können sich auf diesem Weg entwickeln und Vorurteile sind der Nährboden für Diskriminierung und Ausgrenzung. In der Diskussion mit der Gruppe darüber schloss sich der Kreis zur eigenen Projektarbeit und klärte die Frage, warum moderne Gedenkarbeit mit Medien wichtig ist, um junge Menschen zu erreichen und sie an dieser gesellschaftlichen Aufgabe zu beteiligen.

Auf jeden Fall eine neue Art etwas zu sagen, auch das so eine längst vergangenes Thema modern umgesetzt werden kann. Neue Kamera Erfahrung.",

meinte ein Teilnehmer im Feedback am Ende.

Die Mitwirkenden und die Betreuer Fabian Müller und Tina Klemp von der Diakonie waren begeistert von den zwei Workshop Tagen. Keine/r kannte die Kunstform Videotanz zuvor und alle konnten sich am Anfang schwer vorstellen, wie man mit Tanz + Medien ein Beitrag zum Thema Rassismus produzieren könne.

Wie ein Puzzle, das sich erst nach und nach zusammensetzt und ein wunderschönes Bild ergibt",

bezeichnete Tina Klemp den Aha-Effekt am Ende.

Eine Teilnehmerin resümierte:

Man lernt in kurzer Zeit viel kennen, diese zwei Themen passen sehr gut zusammen. Man lernt mit dem Körper zu sprechen."

Augen auf und Eigenverantwortung übernehmen

Zur Sprache brachte die Gruppe eindeutig die Botschaft: "Wir gehen in den Widerstand gegen Rassismus" und der fertige Film zeigt diese Kraft in seiner dynamischen Bild- und Körpersprache: Alle Tänzer/innen stürmen der Kamera entgegen, streifen schwarze Kleider ab und bekennen Farbe. Das Schlussbild mit weit geöffneten Augen einer Tänzerin vermittelt: Augen auf und übernehmt Eigenverantwortung.

Auch eingefügte Fotografien, die in Kleingruppen selbständig angefertigt wurden, haben eine ausdruckstarke Bildsprache: Bildkompositionen und Hintergründe, die von Macht-Ohnmacht, Erinnern-Vergessen, Opfer-Täter erzählen. Wunderbar bearbeitet von Fabian Müller, der als Workshoporganisator trotzdem mitwirkte und mitgestalten konnte. Der zukünftige Referendar hat das Blaudes-Team für seine Ausbildungsschule angefragt und die Diakonie möchte nächstes Jahr den Workshop wiederholen. Für die Postproduktion des Videotanzclips meldete sich u.a. David Blaszczyck aus Frankenthal freiwillig, der auch schon privat mit Bewegung und Medien experimentiert. Der Workshop war ein voller Erfolg und ein wunderbarer Clip mehr – Blaudes ist mehr als eine Farbe!

Der Clip ist demnächst online unter www.facebook.com/Blaudes