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Ehrenamt auf neuen Wegen: Kultur trifft Soziales

Diakonie und Museumsverband kooperieren bei der Qualifizierung von Freiwilligen

Unser Alltag ist durchtränkt von kulturellen Dingen. Aber in dem Moment, wo wir in unserer Mobilität oder Gesundheit eingeschränkt sind, fällt das weg und Kultur wird zum Luxusgut",

sagt Dagmar Jung vom Diakonischen Werk Hessen Nassau. Das zu ändern, ist ihr schon lange ein Anliegen. Und gemeinsam mit dem Museumsverband Rheinland-Pfalz hat sie sich auf den Weg gemacht - zu sechs Museen in der Pfalz:

  • dem Wilhelm-Hack-Museum und dem Stadtmuseum in Ludwigshafen,
  • der Pfalzgalerie,
  • dem Fußballmuseum des FCK und dem Stadtmuseum in Kaiserslautern
  • sowie dem Stadtmuseum Zweibrücken.

In der Pfalz "wildert" sie allerdings nicht auf ganz fremdem Terrain: Als koordinierende Referentin in der Arbeitsgemeinschaft Diakonie in Rheinland-Pfalz für das Arbeitsgebiet gemeinwesenorientierte Altenarbeit mit den Schwerpunkten Demenz und Pflegestützpunkte, kann sie Projekte im ganzen Land anstoßen.

Die Nachfrage nach Kunst und Kultur gerade auch bei alten Menschen, Menschen mit Handicaps oder Demenz ist groß.

Wenn es darum geht, Erinnerungen zugänglich zu machen, dann sind Museen ein idealer Ort dafür",

 

erklärt Jung. Wenn Kultur und Soziales sich treffen sollen, bedeutet das also, Angebot und Nachfrage zusammenzuführen. Fehlen nur noch engagierte Kulturvermittler, die diese herausfordernde Arbeit übernehmen können. Und auch hier gibt es Berührungspunkte. Denn sowohl kulturelle als auch soziale Einrichtungen verfügen über einen großen Schatz, den sie nun gemeinsam heben wollen: das Engagement der Freiwilligen.

Traditionelle Formen des Ehrenamts stoßen allerdings bei den "neuen" Freiwilligen auf immer weniger Gegenliebe. Deshalb ist es notwendig, zeitgemäße Beteiligungskonzepte zu suchen. Ein solcher neuer Ansatz ist "Keywork". Bei Keywork geht es nicht darum, dass Freiwillige Funktionen von Museumsmitarbeitern übernehmen. Keyworker sind vielmehr Brückenbauer und Botschafter, die den Zugang zu Kunst und Kultur erleichtern und so allen Menschen kulturelle Teilhabe ermöglichen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel Projekte wie Kunst im Koffer, Thementage und -wochen in stationären Einrichtungen oder spezielle Führungen für Menschen mit Demenz.

Wir bieten den Freiwilligen in der Keywork-Qualifizierung, die voraussichtlich im Herbst startet, ganz unterschiedliche Andockmöglichkeiten an. Wofür sie sich letztendlich entscheiden, bleibt ihnen selbst überlassen. Das Entscheidende ist, dass sie uns dabei als Klammern haben. Also auf der einen Seite die Diakonie mit ihren vielfältigen Möglichkeiten, Kultur in soziale Arbeitsfelder hinein zu transportieren, und auf der anderen Seite die Museen",

erklärt Dagmar Jung.