Zum Inhalt - Zur Navigation

Inhalt

Unterstützung für Alleinerziehende

Raus aus der Isolation - Familienarbeit im Kirchenbezirk Neustadt: Unterstützung für alleinerziehende Frauen

Wo finde ich ein offenes Ohr? Wem kann ich mich anvertrauen?

Das war meine Frage, als unsere Familie sich veränderte. Unsere Ehe brach auseinander und ich stand mit den Kindern alleine da. Für meinen Mann ist sicher, dass ich an allem schuld bin, auch daran, dass er mich schlug. Ich begann mich zu ducken und achtete darauf, dass wenigstens die Kinder nichts merkten. Ich schämte mich und kam bald selbst zu der Überzeugung, dass ich wirklich selbst schuld bin. Mein Selbstvertrauen schrumpfte und ich hatte kaum noch Kontakte. So hat auch niemand gemerkt, wie es mir geht",

erzählt Jenny S. Sie und viele andere Frauen in ähnlicher Situation haben Hilfe gefunden: in einer Gruppe für alleinerziehende Frauen, die vom Protestantischen Kirchenbezirk Neustadt angeboten wird. Die Gruppe wurde 2005 ins Leben gerufen und gehört zum Angebot der Familienarbeit im Kirchenbezirk. Familien in ihren unterschiedlichen Lebensphasen werden dabei gefördert, begleitet und angeregt.

Während der Treffen werden die Kinder von einer Erzieherin betreut

Die vierzehntägigen Treffen der Gruppe für alleinerziehende Frauen finden in einem Gemeinderaum statt, der vom Bahnhof aus auch mit Kinderwagen gut zu erreichen ist. Während der Treffen werden die Kinder in einem Nebenraum von einer Erzieherin betreut, die ein offenes Ohr für ihre besondere Situation hat.

Die Kinder brauchen eine professionelle Begleitung, die ihre Signale und Äußerungen versteht und darauf eingehen kann. Das können Ehrenamtliche beim besten Willen nicht leisten",

erzählt Diakonin Christa Rieger.
Die Idee zu dieser Gruppe entstand, weil für alleinerziehende Frauen eine Möglichkeit fehlte, miteinander in Kontakt zu kommen. Ihre Gesprächsthemen unterscheiden sich häufig von denen aus Zweielternfamilien:

  • Unterhalt,
  • Umgangsrecht,
  • betreuter Umgang bei vorheriger Gewalt,
  • finanzielle Nöte und Sorgen.

Die Frauen in der Gruppe tauschen ihre Erfahrungen aus, machen sich Mut und gestalten miteinander auch die Freizeit. In enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Beratungsstellen wird auch weiterführende Hilfe vermittelt.

Die Frauen unterstützen sich gegenseitig. Diese Selbsthilfe ist auf einem sehr hohen fachlichen Niveau, die Frauen besitzen zum Teil Expertenwissen",

berichtet Christa Rieger. Wenn nötig, begleitet sie die Frauen auch zur Polizei - wenn Stalking oder Gewalt im Spiel sind - zum Jugendamt oder zum Gericht.

Letztlich geht es in der Selbsthilfegruppe darum, sich gegenseitig zu stärken und Belastendes gemeinsam zu tragen. Wir weinen, aber wir lachen auch viel. Humor ist auch eine Hilfe in solch einer belastenden Situation",

erklärt Diakonin Rieger. Ganz praktisch wird die Hilfe, wenn themenbezogen Fachreferent(innen) eingeladen werden.

  • So hat eine Kommunikationstrainerin mit den Frauen geübt, wie sie die schwierigen Gespräche bei Trennung und Scheidung gut gestalten und mit dem Vater der Kinder besser kommunizieren können.
  • Bei allgemeinen Fragen zum Umgangsrecht und Unterhalt gibt eine Rechtsanwältin Auskunft.

Mir und meinen Kindern tut es gut, dass es diese gegenseitige Unterstützung gibt und ich Frauen treffe, die ähnliche aber manchmal auch ganz andere Erfahrungen gemacht haben wie ich. Für mich ist wichtig: Alles was wir hier besprechen, bleibt unter uns. Nichts wird nach außen getragen.",

sagt Jenny S.