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Haus der Diakonie für Familien

Wo Hilfe durch den Magen geht: Haus der Diakonie/Mehrgenerationenhaus Ludwigshafen unterstützt Familien

Ayse isst hier. Mustafa auch. Melanie schmatzt neben Julian. Manchmal kommt auch eine ganze Klasse aus der Grundschule in der Nachbarschaft zum Kindermittagstisch in die Falkenstraße 19 nach Ludwigshafen. Hier bieten das Haus der Diakonie und das Mehrgenerationenhaus unter einem Dach eine breite soziale Infrastruktur für Familien. Professionelle Beratung einerseits und praktische Hilfe sowie Freizeitbeschäftigung andererseits sind hier an einem Ort eng verzahnt.

Kindermittagstisch

Hilfe geht auch durch den Magen, weiß man im Haus der Diakonie in Ludwigshafen. Und so ist der Kindermittagstisch ein Angebot ganz nach seinem Geschmack - und dem der Kinder natürlich. Das Angebot wird so gut angenommen, dass es demnächst dreimal wöchentlich statt bislang zweimal pro Woche stattfinden soll. 13 ehrenamtliche Mitarbeiter sorgen dafür, dass kein Teller leer bleibt. Gekocht wird frisch und vollwertig - und ohne Schweinefleisch.

Solche niedrigschwelligen Angebote sind zunächst einmal eine praktische Hilfe im Alltag. Darüber hinaus aber finden Betroffene über solche Angebote auch den Zugang zu professioneller Beratung in unserem Haus. Und umgekehrt können unsere Mitarbeiter auf diese konkreten Hilfsangebote verweisen. Diese Brücke funktioniert in beide Richtungen.
Thomas Wagner zum Konzept
(Thomas Wagner war bis zum Frühjahr 2013 Regionalbeauftragter und Koordinator. Er lehrt und forscht heute an der Hochschule Ludwigshafen.)

Die Schnittmenge der Menschen, die einerseits Beratungsangebote in Anspruch nehmen und andererseits die unbürokratische und schnelle praktische Unterstützung - zum Beispiel durch den Kindermittagstisch, die Kinderkleiderkammer oder die Hausaufgabenbetreuung - ist sehr groß. "Schnell zum Hörer greifen zu können und Hilfe zu vermitteln, wenn's brennt, ist auch für uns als Berater eine große Erleichterung", sagt Sozialarbeiterin Suse Schniz-Beck.

Kinderkleiderkammer

Was waren wir froh, als wir in bei den Minustemperaturen, die nach relativ milden Wochen doch noch kamen, ausreichend Winterjacken in der Kinderkleiderkammer hatten",

berichtet Wagner. Die Kinderkleiderkammer "Fliegenpilz" hat erst vor wenigen Monaten ihre Türen geöffnet und ist doch schon ein Renner. Bewusst hat man Räume am nahe gelegenen und belebten Goerdeler Platz dafür angemietet und auf eine helle und freundliche Gestaltung und Einrichtung wertgelegt. "Wir möchten die Schambarriere so niedrig wie möglich halten. Wer geht schon gern in eine Kleiderkammer? Wir möchten es den Menschen einfach machen, diesen Schritt zu wagen", sagt Wagner. Dreimal pro Woche können Familien im "Fliegenpilz" stöbern und Kinderkleidung gegen einen geringen Unkostenbeitrag aussuchen. Auf eine Bedürftigkeitsprüfung wird verzichtet.

Die Hilfsangebote sind grundsätzlich überkonfessionell ausgerichtet. So hängen in den Räumen zum Beispiel keine Kreuze, es wird auch nicht vor dem Mittagessen gebetet. "Die Menschen nehmen wahr, was wir tun und es wird sehr wohl deutlich, was wir als Diakonie für das Gemeinwesen leisten. Kirche wird auf diese Art und Weise sichtbar. Das ist nicht zu unterschätzen", sagt Wagner.
Für die Kinderkleiderkammer gibt es einen finanziellen Zuschuss der Stadt Ludwigshafen. Aber sonst ist Wagner bei der Finanzierung der Kleiderkammer und des Kindermittagstisches auf Spenden und die Arbeit der Ehrenamtlichen angewiesen. "Die Vorstellung, Ehrenamtsarbeit sei für die Träger völlig kostenfrei, ist aber ein weitverbreiteter Irrtum und ein Trugschluss. Um Ehrenamtliche zu gewinnen müssen wir massiv Öffentlichkeitsarbeit betreiben und die eine oder andere Klinke putzen", sagt der Regionalbeauftragte. Zudem müsse die Arbeit der Ehrenamtlichen ständig fachlich begleitet werden. "Es dauert einfach, bis das ein Selbstläufer wird und ist auch mit der einen oder anderen Enttäuschung verbunden. Aber es ist sehr schön, wenn man sieht, dass es klappt."