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Eröffnung des Begegnungszentrums "Mittendrin" in Pirmasens

Es liegt nicht nur im Herzen von Pirmasens, es wird auch mit Herz geführt: das Begegnungszentrum "Mittendrin". Mit ihm hat das Diakonische Werk Pfalz einen Ort geschaffen, in dem alle Bürger willkommen sind, um sich austauschen, einzubringen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Am 15. Juni wurde die inter- und soziokulturelle Begegnungsstätte offiziell eröffnet.

Pirmasens (dwp). Mittendrin fand sich auch Albert Gomille wieder. Umringt von den Gästen, wollten das Händeschütteln und die lobenden Worte kein Ende nehmen.
Für den Leiter der Diakonie Pirmasens ein wohltuendes Zeichen, mit dem neuen Projekt auf Zustimmung zu stoßen. "Die Basis für die Entwicklung hat das Diakonische Werk Pfalz gelegt, trotzdem war der Weg von der Idee zur praktischen Umsetzung kein leichter", sagte Gomille in seiner Begrüßungsrede. Umso mehr freue er sich, ihn bewältigt zu haben. In dem Wort mittendrin stecke auch der Begriff miteinander. Es beinhalte zum einen die vielen Ehrenamtlichen und Institutionen, die mit ihrem Beitrag dem Begegnungszentrum aus der Wiege geholfen haben. Zum anderen richte es sich im Zentrum der Stadt an alle Menschen, generationen- und kulturenübergreifend.

"Das Zentrum ist ein anspornendes Signal für alle Bürger, mit anderen in Kontakt zu kommen, sich mit den persönlichen Fähigkeiten einzubringen und sich gegenseitig zu aktivieren."

Anders als oft praktiziert, wolle man den Blick nicht auf die Defizite der Menschen richten, sondern auf ihre Ressourcen. "Deshalb möchten wir den Leuten keine fertigen Konzepte überstülpen. Vielmehr geben wir ihnen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und sind flexibel für die Anregungen und Geschichten, die sich hier zusammenfinden."

Gelebte Diakonie

Diesen Gedanken griff auch Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr auf. "Wir eröffnen heute offiziell den Stadtladen Mittendrin als ein sozialräumlich ausgerichtetes, aber vor allem an den Bedürfnissen der Menschen orientiertes Projekt. Pirmasens ist ein besonderes Pflaster, das aus unserer Sicht das Recht hat, mit großer Aufmerksamkeit betrachtet zu werden. Hinreichend ist bekannt, dass hier Menschen leben, die aufgrund ihrer prekären Situation, ihrer Langzeitarbeitslosigkeit und manchem anderen mehr, es eher schwieriger haben sich in der Gesellschaft zu stabilisieren." Gleichzeitig seien vor Ort bereits viele Aktivitäten vorhanden, in dem Versuch, diesem Trend entgegenzuwirken.
Ein Ziel, das auch die Diakonie verfolge und so sei das Begegnungszentrum gelebte Diakonie auf einem begrenzten Raum. Und nur möglich geworden durch das Zusammenfinden der unterschiedlichsten Akteure vor Ort und die leidenschaftlich Agierenden, zu denen neben Albert Gomille und die Pirmasenser Dekanin zählten. Aber auch durch Professor Bernhard Haupert vom Institut für Professionalsierung und Qualifizierung pädagogischer Praxis und Ingo Schenk vom Landesjugendpfarramt Kaiserslautern, die mit ihrer Sozialraumanalyse den Blick für die besondere Situation der Stadt geschärft hätten.

"Wir haben schon öfter über ein niederschwelliges Angebot in der Stadt nachgedacht. Mit dem Begegnungszentrum ist es Wirklichkeit geworden", sagte die Dekanin Waltraud Zimmermann-Geisert, verbunden mit dem Wunsch, "dass der in dem Haus ausgesäte Samen aufgehen und wachsen möge, "aus der Hoffnung heraus, dass das Leben gelingt. Ich freue mich, im Mittendrin vielen Menschen zu begegnen." Dem schloss sich auch der Pirmasener Bürgermeister Markus Zwick an. "Das Projekt kommt wie gerufen. Als Stadt möchten wir die Chance bestmöglich nutzen, die Menschen untereinander ins Gespräch zu bringen."

Offen für alle und alles

Kommunikativ ging es auch beim anschließenden Umtrunk zu, musikalisch begleitet von der Merzalbener Band "Die Harmonists". Albert Gomille ist zuversichtlich, dass das Begegnungszentrum auf eine gute Resonanz stößt. Noch muss einiges getan werden, um es bekannt zu machen. Das Programm kann sich aber schon sehen lassen: mit einem monatlichen Nachbarschaftstreff und wöchentlichen Angeboten. Allesamt kostenlos, ob Erzählcafé, Interkultureller Austausch, Bo Jitsu, eine Kombination aus Fitnesstraning und Selbstverteidigung oder Beratung für Langzeitarbeitslose.
Beim offenen Haus am Dienstagnachmittag sind alle Anliegen willkommen, donnerstags heißt es unter dem Motto "Ich tue mir was Gutes!" gemeinsam Impulse umzusetzen und sich gegenseitig zu inspirieren. Regelmäßig stattfinden sollen auch ein Brettspiele-Nachmittag, ein multikulturelles Frühstück und Tanzen für Eltern mit Kindern. "Selbstverständlich freuen wir uns über weitere Anregungen, aber auch über jeden, der einfach nur hereinschaut, um sich zu informieren", sagt Albert Gomille und ist froh, tatkräftige Unterstützung von einem festen ehrenamtlichen Mitarbeiter, Praktikantinnen und ab Sommer von einer hauptamtlichen Kraft zu haben.

Text und Fotos: Friederike Jung