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Wunderbarer Wein - Wunderbare Gespräche

Premiere für ein neues Gesprächsformat mit Diakoniepfarrer Albrecht Bähr auf dem 35. Rheinland-Pfalz-Tag in Annweiler

Diakoniepfarrer Albrecht Bähr im Gespräch mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer...

...Wirtschaftsminister Volker Wissing...

...Grünen-Fraktionschef Bernard Braun...

...SPD-Fraktionschef Alexander Schweitzer...

... und CDU-Fraktionschef Christian Baldauf. Fotos: DW Pfalz

Brauchtum, Gesundheit, Geselligkeit - aber auch Gerechtigkeit, Gemeinschaft und Frieden: Für all das steht der Wein. Und das schon in der Bibel. Unter dem Motto "Wunderbarer Wein" lud Albrecht Bähr beim 35. Rheinland-Pfalz-Tag in Annweiler zu biblischen Weinproben ein und plauderte mit prominenten Gästen wie der Ministerpräsidentin über aktuelle Fragen. Bei Wein, Wasser und Traubensaft fanden sich auch zahlreiche Gäste ein, probierten mit und hörten zu.

Ja, ich bleib' do,

antwortete Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf die Frage von  Landesdiakoniepfarrer Albrecht Bähr, ob sie denn Rheinland-Pfalz und der Landespolitik erhalten bleibe, und erntete dafür viel Applaus. Mehr als lebenswert sei für sie das Paradies Pfalz. Klare Worte fand die Ministerpräsidentin zum erstarkenden Rechtsextremismus und rassistisch-ausgrenzenden Tendenzen in der Gesellschaft - auch in der Pfalz und in Rheinland-Pfalz. Wie es soweit kommen konnte, sei für sie die bedrückendste Frage der Zeit. Es sei klar, dass nicht alle, die AfD wählten, auch rechtsextrem seien, aber: "Die Zeit ist vorbei, dass man die aus Protest wählen kann, die offen mit Rechtsextremen verbunden sind."

Wir müssen unsere Produkte wertschätzen. Ein Riesling für 1,99 Euro macht mich nicht glücklich,

sagt Wirtschaftsminister Volker Wissing im Gespräch mit Diakoniepfarrer Albrecht Bähr.  Im Spannungsfeld von Ökologie und Ökonomie gelte es, immer wieder einen Ausgleich zu finden und "mit Maß richtig zu regulieren".

Unser Bewusstsein muss sich ändern. Ökologische Landwirtschaft ist möglich, wenn sie uns etwas wert ist,

sagt der Grünen-Fraktionschef im rheinland-pfälzischen Landtag, Bernhard Braun.  Bequemlichkeit und - letztlich - der Kapitalismus seien die Hauptursachen für den schlechten Zustand der Erde. Es dürfe eben nicht sein, dass die Größe des Fernsehers wichtiger ist als das Tierwohl. Braun forderte, alle Gesetze und politischen Maßnahmen wie beispielsweise Infrastrukturvorhaben auf ihre Klimaverträglichkeit hin zu überprüfen

Das Thema soziale Gerechtigkeit fordert uns jeden Tag heraus,

betont SPD-Fraktionschef Alexander Schweitzer. Für ihn gehe es bei diesem Thema vor allem um Chancengerechtigkeit. "Bei uns ist der Erfolg der Kinder immer noch abhängig vom Geldbeutel der Eltern. Das dürfen wir nicht hinnehmen." Schweitzer betonte, dass es in der aktuellen gesellschaftspolitischen Situation besonders wichtig sei, Kontrapunkte zu setzen und all jenen, die leichte Lösungen für hochkomplexe Themen anböten, etwas entgegenzuhalten - nämlich eine an der Sache orientierte Politik und Haltung. "Mit Parolen ist noch nie auch nur ein einziges Problem gelöst worden."

Wer viel hat, der soll etwas abgeben davon an jene, die wenig haben. Das ist für mich das Idealbild sozialer Marktwirtschaft,

sagt der Fraktionsvorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU, Christian Baldauf, zur Bibelstelle: Der Winzer soll vom Boden keine Trauben auflesen, wenn er erntet, und alle sieben Jahre die gesamte Ernet den Witwen und Waisen überlassen." Gerechtigkeit sei auch und vor allem eine Frage kluger Bildungspolitik, die die Voraussetzungen dafür schaffen müsse, dass alle Menschen mit ihren Talenten und Fähigkeiten am gesellschaftlichen Leben und wirtschaftlichen Erfolg teilhaben können. Die Rentendiskussion findet er "sehr richtig und wichtig" und setzt dabei auf den Ausbau der Betriebsrenten auch in mittelständischen Unternehmen.