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„Hunger nach Gerechtigkeit“: Brot für die Welt startet 60. Spendenaktion

Pfalzweite Eröffnung am 2. Advent mit feierlichem Gottesdienst in Pirmasens

Pfarrerin Corinna Weissmann, Oberkirchenrat Manfred Sutter und Dekanin Waltraud Zimmermann-Geisert.

Speyer/Pirmasens (dwp). Am 1. Advent, 2. Dezember startet Brot für die Welt seine 60. Spendenaktion. Der pfalzweite Eröffnungsgottesdienst findet in diesem Jahr in der Pirmasenser Lutherkirche statt. Beginn des Gottesdienstes ist 10 Uhr. Die 60. Aktion steht unter dem Motto "Hunger nach Gerechtigkeit.

Unter dem Motto "Brot für die Welt" riefen evangelische Landes- und Freikirchen am 12. Dezember 1959 in der Berliner Deutschlandhalle zu Spenden für die weltweit Hungernden auf. Innerhalb weniger Wochen kamen 19 Millionen Mark zusammen, davon fast fünf Millionen Ostmark. Dieser große Zuspruch war der Auftakt zu jährlichen Spendenaktionen von allen evangelischen Kirchen in Ost und West für Brot für die Welt.

"Von Herzen möchte ich allen Kirchengemeinden für ihren unermüdlichen Einsatz für Arme und Hungernde in der Welt danken. Die Kirchengemeinden waren und sind die Stütze von Brot für die Welt. Denn mit ihren Kollekten, ihren Spendenaktionen und ihrem oft jahrzehntelangen Einsatz zur Überwindung von Hunger und Armut ermöglichen sie weltweit Hilfe zur Selbsthilfe und damit ein Leben in Würde für alle Menschen in der Einen Welt", sagt Kirchenpräsident Christian Schad.

Die Menschen in der Pfalz und der Saarpfalz haben im vergangenen Jahr 1.048.908 Millionen Euro für Brot für die Welt gespendet. In dieser Summe sind Kollekten und Spenden, die in Kirchengemeinden gesammelt wurden sowie direkte Überweisungen an das evangelische Hilfswerk zusammengefasst. Das Spendenaufkommen bewegt sich über dem Niveau des Vorjahres (1.029.609 Euro). Die meisten Spenden gingen - mit 1,67 Euro pro Kirchenmitglied - im Kirchenbezirk Bad Dürkheim-Grünstadt ein, gefolgt vom Kirchenbezirk Frankenthal mit 1,61 Euro pro Kirchenmitglied und dem Kirchenbezirk Neustadt mit 1,56 Euro pro Kirchenmitglied.

"Am Anfang war es der Hunger nach Brot, der die Hilfsaktion geprägt hat, heute kommt der Hunger nach Gerechtigkeit dazu. Wir haben Beachtliches erreicht, dennoch bleibt viel zu tun: Jeder neunte Mensch hungert, Millionen leben in Armut, zahllose Männer, Frauen und Kinder werden verfolgt, gedemütigt oder ausgegrenzt. Kriege, Konflikte und der Klimawandel verschärfen die Not. Als Christinnen und Christen glauben wir: Die reichen Gaben der Schöpfung, fair verteilt und weltweit gleichermaßen zugänglich, ermöglichen ein würdiges und erfülltes Leben für alle. Es ist genug für alle da. Was fehlt, ist eine gerechte Verteilung der Ressourcen, eine gerechte Wirtschafts-, Handels- und Klimapolitik", betont Oberkirchenrat Manfred Sutter, der am 1. Advent die Predigt im Eröffnungsgottesdienst in Pirmasens halten wird.

Das Grundprinzip der Arbeit von Brot für die Welt ist bis heute aktuell: Akute Not lindern, die Ursachen dieser Not beseitigen und partnerschaftliche Hilfe zur Selbsthilfe leisten:

Menschen stark machen. Immer wieder war Brot für die Welt auch Impulsgeber für einen nachhaltigen und gerechten Lebensstil. Dazu zählen die Weltläden und der Faire Handel oder das Rugmark-Siegel für Teppiche ohne ausbeuterische Kinderarbeit, das Brot für die Welt mit dem Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi und anderen Organisationen ins Leben rief.

Seit Gründung hat das evangelische Hilfswerk rund 2,4 Milliarden Euro an Spenden und Kollekten erhalten. Neben Spenden und Kollekten erhält das evangelische Werk Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (KED) und aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Aktuell arbeitet Brot für die Welt mit mehr als 1.300 Partnerorganisationen weltweit zusammen und fördert mehr als 1.500 Projekte in 97 Ländern.