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Hilfe für die Schwächsten

Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt Flüchtlinge in der Türkei

Seit Ausbruch des Krieges in Syrien sind über 3,5 Millionen Menschen in das Nachbarland Türkei geflohen. Die Türkei ist damit weltweit das Land mit den meisten Flüchtlingen. 90 Prozent der Flüchtlinge in der Türkei leben außerhalb der staatlichen Flüchtlingscamps. Es gibt von staatlicher Seite Unterstützung, doch viele haben noch keinen Zugang zu den Leistungen. Der Zugang zum regulären Arbeitsmarkt bleibt schwierig.

Viele Menschen sind schon seit Jahren in der Türkei. Sie haben von ihren Ersparnissen gelebt. Doch die sind jetzt aufgebraucht und vielen fehlt ein regelmäßiges Einkommen. Es geht jetzt darum, Hilfe für die Schwächsten zu leisten und Zugang zu den Hilfsangeboten zu schaffen,

sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.

Rund 70 Prozent der syrischen Flüchtlinge in der Türkei sind Frauen und Kinder. Besonders schwierig ist die Situation für Familien mit vielen Kindern, älteren Personen oder für Alleinerziehende. Hinzu kommt, dass die staatlichen Leistungen nur für Flüchtlinge zur Verfügung stehen, die registriert sind. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat mit ihrer lokalen Partnerorganisation Support to Life (STL) und mit Unterstützung der Europäischen Kommission (Generaldirektion ECHO) jetzt ein weiteres Programm für besonders Bedürftige gestartet. Hierzu gehören schwangere oder stillende Frauen, chronisch Kranke, Waisen, alte Menschen und Menschen mit Behinderungen sowie nicht-registrierte Flüchtlinge.

Es geht vor allem darum, die Menschen an Hilfe heranzuführen, die bisher nicht erreicht werden. Mobile Teams unserer Partnerorganisation suchen proaktiv bedürftige Menschen auf und betreuen sie,

so Thomas Molitor, Projektverantwortlicher bei der Diakonie Katastrophenhilfe. "Zudem bilden wir Freiwillige aus, die dann in ihren Gemeinden Aufklärungsarbeit und Beistand leisten." Die Hilfe reicht von Beratung in gesundheitlichen und psychologischen Fragen bis hin zur Aufklärung der Flüchtlinge über ihre Rechte und Möglichkeiten. Zudem werden psychologische Hilfen angeboten, um die traumatisierenden Erfahrungen von Krieg und Flucht zu überwinden. Die Diakonie Katastrophenhilfe ist dabei mit ihrem lokalen Partner STL in Istanbul, Mersin, Mardin, Diyarbakir und Batman tätig.

Das aktuelle Projekt wird von der EU Kommission mit rund 3,7 Millionen Euro für die kommenden 18 Monate gefördert. "Das Projekt zielt darauf ab, etwa 27.000 Menschen zu erreichen, von denen mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche sind. Die EU setzt sich weiterhin dafür ein, dass die am stärksten gefährdeten Flüchtlinge in der Türkei Zugang zu dringend benötigter Versorgung erhalten. Wir stehen solidarisch an der Seite des türkischen Volkes, welches sich mit der Aufnahme von fast 4 Millionen Flüchtlingen äußerst großzügig gezeigt hat", sagt Claudia Amaral, Leiterin von ECHO in Ankara.

"Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit unseres Partners vor Ort, ist die Vernetzung von staatlichen mit nicht-staatlichen Hilfsangeboten", sagt Molitor. Da es nicht allein um kurzfristige Nothilfe in den ersten Monaten nach der Flucht ginge, sondern um mittelfristige Perspektiven für die syrischen Familien, sei es umso wichtiger, dass diese gut ineinander greife und alle Bedürftigen erreiche.

Die Diakonie Katastrophenhilfe führt zusammen mit ihrer Partnerorganisation und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union seit 2012 eine große Zahl an Projekten in der Türkei durch, die Flüchtlingen Schutz und Hilfestellung bieten. In den bisherigen Projekten konnte die Diakonie Katastrophenhilfe in Zusammenarbeit mit STL Hilfsgüter verteilen, Bargeldhilfen in Form von elektronischen Gutscheinen leisten, Gemeindezentren aufbauen und psychosoziale Unterstützung, sowie Einzelhilfen leisten.