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Europäischer Leitfaden für den Aufbau von Hospizen

Diakonie-Partnerschaft mit Beteiligten aus fünf Konfessionen und fünf Ländern erhält EU-Förderung. Erste Impulse für das Projekt kamen aus Ludwigshafen und Pirmasens.

Projektkoordinatorin Zsuzsa Laszlo aus Rumänien mit Mitarbeitern des DiakonieZentrums Pirmasens. Foto: DW/Weber

Ludwigshafen/Pirmasens/Speyer. Von einem „sehr erfreulichen Erfolg“  berichtet Pfarrer Dieter Weber, in der Diakonie Pfalz verantwortlich für die Aktion Hoffnung für Osteuropa. „Die Bemühungen des Diakonischen Werks Pfalz zum Aufbau einer Diakonie-Partnerschaft zwischen Partnern aus fünf Konfessionen und fünf Ländern werden jetzt vom EU-Programm Erasmus Plus unterstützt“, informiert Weber.

Das Projekt hat eine lange Geschichte:  Über Pfarrerin Barbara Phieler und  die Protestantische Kirchengemeinde Ludwigshafen Mitte hatte das DiakonieZentrum Pirmasens Kontakte zur Onkologischen Hospizstiftung  Podlaskie in Nowa Wola nahe Bialystok in Ostpolen aufgenommen –  einer strukturschwachen, benachteiligten Region Europas. DiakonieZentrum Pirmasens, Kirchengemeinde Ludwigshafen und die Aktion Hoffnung für Osteuropa förderten die polnische Hospizeinrichtung, der auch eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen angeschlossen ist und die durch einen katholischen Arzt geleitet wird. Das Gebäude, eine ehemalige Grundschule, gehört der Autokephalen Orthodoxen Kirche in Polen, die auch Trägerin der Behindertenwerkstatt ist. Der Kontakt zur Stiftung wurde von der Kanzlei des zuständigen Orthodoxen Erzbischofs von Bialystok, Jakob, vermittelt.  Besuche  der Autokephalen Orthodoxen Kirche in Nowa Wola und einer  Lutherischen Kirchengemeinde  in diesem Gebiet, vertieften diese  Beziehungen.

Ziel der Aktion Hoffnung für Osteuropa ist es, Vernetzungsstrukturen in Europa zu schaffen, voneinander in Best-Practice-Beispielen zu lernen und gegenseitig  Hilfe zu leisten. Aus diesem Grund hatte sich das Diakonische Werk Pfalz dem Netzwerk Rumänien angeschlossen, das unter Führung der Diakonie Baden ein partnerschaftliches Netz zwischen deutschen und rumänischen diakonischen Einrichtungen mit einer rumänischen Netzwerkkoordinatorin aufgebaut hat. Bei einem Besuch der Netzwerkkoordinatorin Szuzsa Laszlo im Diakonischen Werk Pfalz und im DiakonieZentrum Pirmasens entstand der Plan, eine rumänische diakonische Einrichtung in die bestehende deutsch-polnische Partnerschaft einzubeziehen und gleichzeitig ein gemeinsames Dreiländerprojekt mit EU-Förderung zu starten.

Die  Christliche  Stiftung Sankt Georgen, eine Einrichtung der  Reformierten Kirche Rumäniens, die ambulante Altenarbeit betreibt und ein Altenheim mit Hospiz bauen will, bekundete ihr Interesse. Damit nicht nur eine Ost-West-Beziehung aufgebaut wird, kam aus dem Süden mit der Evangelischen Kirchengemeinde Porto in Portugal und der spanischen Universität La Coruna ein viertes und fünftes Partnerland hinzu.

Da alle Partner ein Hospiz betreiben oder eröffnen wollen oder in der ambulanten Hospizarbeit arbeiten,  wurde bei einem Treffen der Partner im März 2013 im DiakonieZentrum Pirmasens eine strategische Partnerschaft vereinbart. Deren Ziel ist es, gemeinsam innerhalb von zwei Jahren einen  praxisorientierten, multikulturellen Leitfaden zur Neugründung von Palliativdiensten und Hospizen zu entwickeln. „Das ist eine inhaltliche Weiterentwicklung unserer Arbeit, die einst ja vor allem in der Unterstützung durch Hilfstransporte bestand“, erklärt Pfarrer Weber. Nun ginge es auch um die Rückspiegelung von Erfahrung, den gegenseitigen Austausch und darum, Mehrwert für andere, bislang noch unbeteiligte Länder und Einrichtungen zu schaffen. „Es ist sehr spannend zu sehen, welche unterschiedlichen aber eben auch gemeinsamen Erfahrungen alle Beteiligten in den einzelnen Ländern machen. Wir müssen ja nicht jedes Mal das Rad neu erfinden“, sagt Pfarrer Weber.

Gleichzeitig wurde über EU-Fördermöglichkeiten informiert und ein Antrag an das Erasmus Plus-Programm gestellt. Jetzt wurde mitgeteilt, dass der Auswahlausschuss zum Programm Erasmus Plus den Projektantrag genehmigt hat und fördert. Über die gemeinsame Arbeit am Projekt mit gegenseitigen Besuchen in Polen, Rumänien, Portugal, Spanien und Deutschland versprechen sich die  Beteiligten aus den  Orthodoxen, Katholischen, der Reformierten, Lutherischen und Unierten Kirchen und der Universität einen Wissenstransfer  und leisten damit gleichzeitig  einen Beitrag zum Zusammenwachsen in Europa.

Mehr über die Arbeit der Aktion Hoffnung für Osteuropa erfahren Sie hier auf unseren Seiten.