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Aktionswoche der Schuldnerberatung zum "Albtraum Miete"

Studierende des Masterstudienganges Internationales Marketing Management der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen starten lokale Aktion in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Pfalz

Speyer (dwp). "Albtraum Miete" ist das Thema der diesjährigen bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung der  Wohlfahrts- und Fachverbände vom 3. bis zum 7. Juni.  Im Mittelpunkt steht das Grundrecht auf bezahlbaren Wohnraum. "Seit Jahren ist es schwer für Geringverdiener oder ver- und überschuldete Menschen geeigneten Wohnraum zu finden. Neu ist, dass auch Menschen mit mittlerem Einkommen schwer Wohnraum finden. Für immer mehr Menschen werden die hohen Mieten zum Albtraum", sagt Tanja Gambino, leitenden Referentin für Offene Sozialarbeit im Diakonischen Werk Pfalz.

Ein großes Problem sieht Gambino darin, dass Geringverdiener einen immer größer werdenden Anteil ihres Einkommens für Miete samt Nebenkosten ausgeben müssen. "Gerade für Bezieher von Grundsicherungsleistungen wird es immer schwieriger, weil die Jobcenter diese Kosten nur im Rahmen ihrer Vorgaben anerkennen. Da die Betroffenen die Differenz aus ihrem ohnehin sehr knapp bemessenen Regelsatz dann selbst zahlen, ist der Weg in die Überschuldung oft vorgezeichnet. Das ist ein Teufelskreis", verdeutlicht Gambino. Die Diakonie fordert deshalb seit langem, dass die Grenzen für die anerkennungsfähigen Kosten der Unterkunft wie Miet- und Heizkosten realistisch festgesetzt werden.

Ein weiteres Problem: Wenn und wo es günstigen Wohnraum gibt, ist dieser meist in sehr schlechtem Zustand. Schimmel ist ein häufiges Problem, erfahren die Mitarbeitenden in den Sozial- und Lebensberatungsstellen sowie den Schuldnerberatungsstellen der Diakonie Pfalz in ihren Beratungen immer wieder. Die oftmals alte Ausstattung der Wohnung erhöht wiederum andere Kosten im Zusammenhang mit der Wohnung: Heizungskosten steigen bei zugigen Fenstern, alte Heizanlagen haben höhere Verbrauchswerte, Warmwasser wird über Strom aufbereitet, sanitäre Anlagen haben keine Sparmodule.

Zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände fordert die Diakonie wohnungspolitische Maßnahmen, insbesondere die massive Stärkung des gemeinwohlorientierten und sozialen Wohnungsbaus. Präventiv müssen in den Kommunen zukünftig mindestens 30% des Wohnungsbestandes durch die öffentliche Hand vorgehalten und preiswert angeboten werden, damit das Mietniveau insgesamt nicht durch die Decke schießt.

Eine weiterer Kritikpunkt ist der Umgang mit Menschen, die einen negativen Schufa-Eintrag haben. "Sie sind vom Wohnungsmarkt so gut wie ausgeschlossen. Selbst Wohnungsbaugesellschaften vermieten dann nicht", fasst Gambino die Erfahrungen der Klientinnen und Klienten in den Beratungsstellen zusammen. "Es darf keine Stigmatisierung aufgrund der Schufa-Auskunft geben", Gambino  und verweist auf das Forderungspapier, das die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände anlässlich der bundesweiten Aktionswoche herausgegeben hat.

Die Forderungen der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände zur Aktionswoche finden Sie unter www.aktionswoche-schuldnerberatung.de

Einladung:

Studierende des Masterstudienganges Internationales Marketing Management der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen, haben im Rahmen der Vorlesung Corporate Social Responsibility ein lokales Projekt in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Pfalz gestartet.

Am Mittwoch, den 5. Juni, startet der Aktionstag von 11 bis 16 Uhr mit Informationsständen in der Innenstadt von Speyer, gefolgt von einer Podiumsdiskussion um 17.30 Uhr in der Postgalerie Speyer. Hier werden Experten der Caritas, des Sozialbündnisses gegen Armut Speyer und des Diakonischen Werks Speyer das Thema Albtraum Miete diskutieren.