Zum Inhalt - Zur Navigation

Inhalt

Hilfe für Pflegebedürftige

Pflegefachkraft mit Seniorinnen im Alten- und Pflegeheim eines freien Trägers der Diakonie Pfalz
Freude an den schönen Dingen zählt auch für Senioren, wie hier im Alten- und Pflegeheim eines freien Trägers der Diakonie Pfalz

Auf einmal ist alles anders

Eine Landkarte mit den Standorten aller ökumenischer Sozialstationen in der Pfalz und der Saarpfalz
Die Karte mit den Standorten aller ökumenischen Sozialstationen in der Pfalz und der Saarpfalz und ausführlichem Adressteil wird heruntergeladen (PDF-Datei, 1,4 MB).

Pflegebedürftigkeit ändert das Leben eines Menschen und seiner Angehörigen nachhaltig. Zur Angst, nicht mehr selbstständig und selbstbestimmt leben zu können, kommen finanzielle und familiäre Probleme. Wir lassen Sie in dieser Situation nicht allein!

Entsprechend Ihrer individuellen Bedürfnisse und Wünsche gibt es auch im Fall der Pflegebedürftigkeit abgestufte Hilfsangebote. Diese bieten so viel Pflege und Unterstützung wie nötig und so viel Freiraum für selbstbestimmtes Leben wie möglich.

Die Diakonie Pfalz engagiert sich in über 30 Ökumenischen Sozialstationen direkt in der Pflege, Betreuung und Versorgung pflegebedürftiger Menschen in den eigenen vier Wänden. Zudem vertreten, unterstützen und beraten wir freigemeinnützige Träger von über 30 Alten- und Pflegeeinrichtungen.

Erfahren Sie auf den folgenden Seiten mehr über unsere

Kirchenpräsident Christian Schad zur Zukunft diakonischen Wirkens in der Pflege

Wir müssen in unserem Land eine breite gesellschaftliche Debatte darüber führen, was uns eine menschenwürdige Pflege wert ist.

Das fordert der Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad. Im Folgenden dokumentieren wir seine Ausführungen zu Selbstverständnis, Anspruch und Zukunft diakonischen Wirkens im Bereich der Pflege:

 

Diakonie und Kirche können sich der Forderung nach Wirtschaftlichkeit nicht entziehen, sofern und solange der Markt nicht beherrschende, sondern dienende Funktion hat. Auch diakonische Einrichtungen sind heute soziale Unternehmen mit betriebswirtschaftlich geführtem Management, mit wirtschaftlichem und sozialfachlichem Controlling, mit Personalentwicklung und Qualitätsmanagement, auch mit Sozialmarketing und Fundraising.

Der entscheidende Punkt allerdings ist die Art des Wettbewerbs. Geht es – nach rein ökonomischem Kalkül – um einen Wettbewerb der Preise und Billigangebote, oder aber um den Wettbewerb um mehr Menschlichkeit: also um die Qualität, um die Bedarfsgerechtigkeit und um die Verlässlichkeit der erbrachten Leistung. Diakonie scheut den Vergleich mit anderen sozialen Trägern nicht. Aber sie kämpft für Fairness im Wettbewerb, gleiche Bedingungen für alle und verantwortlich festgelegte Standards und Personalausstattungen. Allein gesetzliche Rahmenvereinbarungen sind die Voraussetzung für die gerechte wettbewerbliche Auseinandersetzung der frei-gemeinnützigen und privat-gewerblichen Anbieter.

Vieles hat sich hier in den letzten Jahren getan. Die Große Koalition hat – nach der Bundestagswahl 2013 – das Thema „Pflege“ ausführlich im Koalitionsvertrag behandelt und erste Schritte zur Verbesserung in der Pflege unternommen. Dazu zählt die Erhöhung der Beiträge für die Pflegeversicherung, mit denen die Leistungen für Pflegebedürftige verbessert werden sollen. Aber wir alle wissen: Das ist nicht genug! Es muss mehr geschehen!

Es mangelt derzeit an Geld, um ausreichend Personal einzustellen und auch angemessen zu bezahlen. Es mangelt an Zeit; denn die Personaldecke ist aus Kostengründen dünn und die bürokratischen Vorgaben für Dokumentation und Leistungsnachweise sind umfangreich. Und es mangelt an Nachwuchs, denn der Beruf gilt als schwierig und schlecht bezahlt. Wer eine Einrichtung der Diakonie besucht, wird in der Regel dennoch die Erfahrung machen, dass alle Mitarbeitenden mit Leib und Seele dabei sind.

Es sind die Schwestern und Pfleger, die in ihrer Praxis oft durch sogenannte „Schattenleistungen“ anders pflegen, als Pflegeversicherung und Pflegedokumentation dies vorschreiben. Warum? Weil sie sich z. B. Zeit nehmen: Zeit für Gespräche und non-verbale Kommunikation; weil sie die Anrufe entgegennehmen, wenn Kinder das Schicksal ihrer Eltern umtreibt oder sie mit der Trauer um verstorbene Angehörige nicht fertig werden. Sie sehen in ihrem Gegenüber nicht den Kunden, die Fallnummer, den Rechnungsempfänger, sondern die Menschen in ihrer ganz konkreten Not.

Schwestern und Pfleger tun das aus einer Situationsethik heraus. Dies entspricht ihrem Selbstverständnis. Es ist gleichzusetzen mit dem Gefühl, eine „gute“ Schwester, ein „guter“ Pfleger zu sein. Hier zeigt sich ihre Berufsmotivation – auch das Mandat, das sie für die Pflegebedürftigen übernommen haben. Dass trotz schwieriger Rahmenbedingungen dennoch so viel Gutes gelingt, ist darum dem fachlichen Einsatz, aber auch der Freundlichkeit und dem Einfühlungsvermögen der Pflegekräfte zu verdanken, denen ich meinen Respekt und meine Hochachtung ausspreche.

Wie wichtig unser diakonisches Engagement ist, machen folgende Zahlen deutlich: Schon heute verbringen etwa 75 Prozent – und in Großstädten über 90 Prozent der Menschen – die letzten Wochen und Monate ihres Lebens in Kranken- oder Pflegeinstitutionen. Der verständlichen Forderung „ambulant vor stationär“ ist darum – im Sinne von Gleichwertigkeit – die Devise „ambulant und stationär“ entgegenzustellen, je nach individuellem Pflegebedarf. Gerade die Verzahnung der stationären mit der ambulanten Pflege ist darum ein wichtiger Baustein und eine Chance diakonischen Wirkens in der Zukunft. Auch muss das Image der Pflege gefördert werden. Damit mehr junge Menschen einen Pflegeberuf ergreifen, braucht es eine bessere Bezahlung und eine bessere Durchlässigkeit in den Ausbildungsgängen. Darüber hinaus müssen qualifizierte ausländische Berufsabschlüsse in unserem Land schneller anerkannt werden, damit mehr Pflegekräfte zur Verfügung stehen. Ich fordere Politik und Pflegekassen auf, hier eine Konzeption zur Aufwertung der Pflegeberufe vorzulegen. Zugleich sage ich: als Landeskirche und Diakonie bieten wir auch hier unsere konstruktive Mitarbeit an.

Das Thema „Pflege“ betrifft eben nicht nur „die Anderen“. Es betrifft uns alle. Wenn nicht heute, dann morgen. Wir müssen in unserem Land eine breite gesellschaftliche Debatte darüber führen, was uns eine menschenwürdige Pflege wert ist. Eine Schwester hat es mir gegenüber kürzlich so zum Ausdruck gebracht: „Ich möchte Menschen helfen, ihnen zuhören, Zeit mit ihnen verbringen. Doch ich erlebe das Gegenteil. Enge Zeitvorgaben bei allem, was wir tun, verhindert, was ich mir eigentlich wünsche.“ Kranke und alte Menschen haben ein Recht darauf, mit Liebe und ausreichend Zeit zur persönlichen Zuwendung gepflegt zu werden. Und unsere Gesellschaft muss die Prioritäten so setzen, dass dafür auch das notwendige Geld zur Verfügung steht. Es geht dabei um die Würde jedes einzelnen Menschen. Und bei der Menschenwürde kann es keine Halbheiten geben!

Denn Christus spricht: „Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd, und ihr habt mich bei euch aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir etwas anzuziehen gegeben; ich war krank, und ihr habt mich versorgt. (…) Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern (und Schwestern), das habt ihr mir getan!“ (Mt 25, 35ff)

In jedem Einzelnen, der in eine unserer Einrichtungen kommt und bei uns Hilfe und Unterstützung sucht, begegnet uns der gekreuzigte und auferstandene Christus. Das muss uns bleibende Verpflichtung sein. Pflege braucht Pflege! Und gute Pflege braucht gute Pflege!

  • Hier können Sie diesen Text als PDF-Datei herunterladen (PDF-Datei, 151 KB)

Newsletter abonnieren

Newsletter mit Veranstaltungs-Tipps und allem, was Diakonie bewegt. Jederzeit abbestellbar. Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Zum Datenschutz

Logo Diakonie Katastrophenhilfe
Logo Evangelische Kirche der Pfalz
Logo Brot für die Welt