Junge Suchtkranke

Junge Suchtkranke in der Selbsthilfe

Sucht - (K)eine Frage des Alters?

Junge Suchtkranke, das heißt Menschen unter 35 Jahren, machen in den Selbsthilfegruppen der Verbände weniger als fünf Prozent der Besucher aus. Das ist eine verschwindend geringe Zahl. Tatsächlich werden die traditionellen Sucht-Selbsthilfegruppen vorwiegend von Menschen ab 40 Jahren aufgesucht; der Altersdurchschnitt mit rund 55 Jahren liegt sogar noch darüber.

Vorurteile und Vorbehalte

Junge Suchtkranke haben die Sucht-Selbsthilfe meist nicht im Blick, wenn sie nach möglichen Wegen aus der Sucht suchen. Wenn sie an Selbsthilfegruppen denken, sehen sie "alte Leute" vor sich, die nichts anderes tun, als stundenlang über ihre eigenen Probleme zu reden.
Genauso wie die jungen Suchtkranken haben auch viele Teilnehmer der traditionellen Selbsthilfegruppen Vorbehalte "den anderen" gegenüber. Viele sind verunsichert, wenn sie daran denken, dass junge Sucht- und Drogenabhängige in ihre Gruppe kommen könnten.

Das Projekt

Zur Unterstützung der Selbsthilfeverbände in Rheinland-Pfalz wurde Anfang 2006 das Landesmodellprojekt "Junge Suchtkranke in der Selbsthilfe" initiiert. Es ist bei der Fachstelle Sucht in Bad Dürkheim angesiedelt und hat zum Ziel, junge Menschen in Sucht-Selbsthilfegruppen zu integrieren.
Regelmäßige Newsletter berichten über die Arbeit und Aktionen im Bereich "Junge Suchtkranke" landesweit. Ein Stammtisch für Aktive und an der Arbeit mit jungen Suchtkranken Interessierte wurde Anfang 2008 initiiert. Dort treffen sich seither zwei- bis dreimal im Jahr Gruppenleiter, junge Gruppenmitglieder und andere Interessierte zum Austausch. So werden Erfahrungen weitergegeben und Einblicke in andere Gruppen ermöglicht. Regelmäßige Methodentage sowie Unterstützung und Begleitung bei Gruppenneubildungen ergänzen die landeweite Projektarbeit.

Weitere Informationen finden Sie auf der Facebookseite des Modellprojekts