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Qualität und Bildung für Kinder

Qualität in Kindertagesstaetten: Kinder beim Spielen im evangelischen Kindergarten
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Weil sie es uns wert sind...

Immer früher und immer länger: Kinder verbringen viel Zeit in unseren Kitas. Wir können und wollen die Familie nicht ersetzen. Aber wir möchten, dass sich Kinder in unseren evangelischen Kitas geborgen und angenommen fühlen, ihre Fähigkeiten entfalten und an Herausforderungen wachsen dürfen.
Als Eltern haben Sie zu Recht hohe Erwartungen an die Qualität unserer Einrichtungen und die Arbeit unserer Erzieherinnen und Erzieher. Mit Leidenschaft und aus Überzeugung möchten wir diesen Ansprüchen gerecht werden. Tag für Tag.

Unser Maßstab

Qualität macht für uns den Unterschied aus zwischen

  • angenommen sein und betreut werden
  • geborgen sein und gut aufgehoben
  • individuellen Bildungswegen und Bildung nach starrem Plan.

"Wenn Kinder und Jugendliche mit Haltung und Zuversicht in ihr Leben gehen, dann ist Bildung gelungen", sagt der bundesweit anerkannte Fachmann für Religionspädagogik, der unsere Qualitätsoffensive Kita+QM wissenschaftlich begleitet. Wenn Sie erfahren möchten, wie wir Kinder ermutigen und befähigen und was wir unter "Herzensbildung" verstehen, lesen Sie das vollständige Interview mit Professor Frieder Harz über Theorie und Praxis religiöser Erziehung in evangelischen Kindertagesstätten.

Interview mit Professor Harz: "Wir wollen denkende und fragende Kinder"

Wir wollen denkende und fragende Kinder

"Wenn Kinder und Jugendliche mit Haltung und Zuversicht in ihr Leben gehen, dann ist Bildung gelungen", sagt Frieder Harz. Der Pfarrer und Religionspädagoge war bis 2009 Professor an der Evangelischen Fachhochschule Nürnberg. Harz unterstützt und begleitet die Qualitätsoffensive der Evangelischen Kirche der Pfalz "Kita+QM".

Eva Stern sprach mit Frieder Harz für "Diakonie aktuell".

Welches Bildungsverständnis steht hinter dem kirchlichen und diakonischen Engagement?

Frieder Harz: Unsere Idee von Bildung zielt nicht auf Verwertbarkeit und Messbarkeit von Bildungsergebnissen. Wir fragen vielmehr: Woher holen Menschen Kraft, Motivation und Ermutigung? Begriffe wie Haltung, Empathie, Solidarität und Verantwortung spielen eine zentrale Rolle. Herzensbildung könnte man auch sagen. Das ist kein abfragbares Wissen. Wir möchten Kinder befähigen. Wir stärken ihre Stärken und stellen nicht ihre Schwächen in den Mittelpunkt der Arbeit. Sie sollen sich ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst werden. Das sind Bildungsaspekte, die im traditionellen Bildungsverständnis noch viel zu kurz kommen.

Welchen Beitrag leisten evangelische Kindertagesstätten bei der Verwirklichung des gesellschaftlichen Bildungsauftrags?

Ich finde es wichtig, dass Kirche sagt: Wir fordern das nicht nur ein, wir verwirklichen es. Unsere Kindertagesstätten sind ein gesellschaftliches Modellfeld für den Vollzug solcher Bildungsvorstellungen. Projekte wie die Qualitätsoffensive Kita +QM zeigen, wie ernst kirchliche Träger ihre gesellschaftliche Verantwortung nehmen. Es geht dabei eben nicht um die Engführung auf religiöse Inhalte nach dem Motto: "Wir wollen hier unseren Kirchennachwuchs heranziehen." Bildung, wie wir sie verstehen und mit diesem Projekt qualifizieren wollen, heißt, Kinder in ihrer Kompetenz zu stärken, für sich selber Verantwortung zu übernehmen und weiterzukommen. Das ist der gesellschaftliche Auftrag, zu dem wir unseren Beitrag leisten. Und es ist sehr interessant, dass die Schulen von diesem Ansatz der Kindertagesstätten lernen.

Was macht Ihrer Meinung nach "gute Bildung" aus?

Wenn Kinder und Jugendliche mit Hoffnung und Zuversicht in ihr Leben gehen, dann ist Bildung gelungen. Wenn sie gehen mit dem Gefühl: "Ich kann ja doch nichts", dann ist Bildung misslungen.

Liegt der "Mehrwert" einer evangelischen Kindertagesstätte darin, dass sie Kindern Halt gibt und Haltung vermittelt oder in der Art, wie das geschieht?

Sowohl als auch. Im Umstand, dass wir es tun und wie wir es tun. Fragen nach Sinn, Werten und Religion sollten in allen Einrichtungen eine Rolle spielen. Das ist aber nicht immer der Fall. Da ist viel Unsicherheit zu spüren, eher ein Nicht-Können als ein Nicht-Wollen. Unser Umgang mit diesen Fragen und unser Menschenbild sind klar von der biblischen Sicht bestimmt. Das ist unsere Quelle, aus der wir schöpfen. Und den Reichtum unserer Traditionen und Überlieferungen möchten wir den Kindern erschließen. Vom Alltag der Kinder ausgehend, werden Bezüge zum Glauben hergestellt. Glaube und Alltagsleben gehören eng zusammen. Nach unserem Verständnis ist diese Suche nach Quellen und Ursprüngen von Werten ein wichtiger Teil des Bildungsauftrages. Und wir können und möchten andere Einrichtungen dazu ermutigen, mit diesen Themen umzugehen - auch außerhalb kirchlicher Bindungen und Bezüge. Kinder brauchen Orientierung und Werte.

Und sie haben ein Recht auf Religion…

Ja. Sehr viele Eltern sagen, das Kind solle sich selbst entscheiden, wenn es groß ist. Aber Entscheidungsfähigkeit braucht viele Beispiele, mit denen Kinder sich auseinandersetzen können. Und da bietet die evangelische Kindertagesstätte ein Erprobungsfeld, auf das sich Eltern mit der Anmeldung einlassen. Das Ziel bleibt die eigene Entscheidung des Kindes aufgrund dessen, was es hier erlebt hat. Diese spätere Entscheidung ist durchaus auch ein Qualitätsmaßstab für unsere Einrichtungen.

Gibt es eine gemeinsame Klammer für die vielfältige religionspädagogische Arbeit?

Ja. Es geht immer darum, Kinder zu stärken. Es geht ums Mutmachen. Biblische Geschichten sind Mutmachgeschichten. Ein weiterer Punkt ist das, was wir Zuversicht in Begleitung nennen: die Frage danach, wem ich vertrauen und mich anvertrauen kann. Außerdem spielen Rituale eine große Rolle, das Zur-Ruhe-Kommen genauso wie das Feiern des Glaubens. Wir möchten denkende und fragende Kinder.

Wie gelingt dieser Spagat zwischen Identitätsbildung und Wertschätzung für anderes und andere in der Praxis?

Ich denke, dass es wichtig ist, eine Begegnungskultur zu entwickeln. Kinder und Eltern anderer Religionen sind eingeladen, ihre Religion auch zu zeigen. Wie sieht euer Tagesablauf aus? Wie feiert ihr? Wie sieht euer Gotteshaus aus? Wir haben uns im Laufe der Jahre einen Vertrauensvorschuss erarbeitet. Viele muslimische Eltern melden ihre Kinder bewusst in evangelischen Einrichtungen an. Sie vertrauen darauf, dass ihre Kinder bei uns ein Gespür dafür bekommen, wie wichtig Religion fürs Leben ist, und sie wissen, dass die evangelische Kindertagesstätte ein Ort ist, an dem Religion geachtet wird.

Wie sichern wir Qualität in evangelischen Kitas?

In Sachen Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung sind wir Vorreiter. Folgen Sie uns zu unserer bundesweit einzigartigen Qualitätsinitiative Kita+QM.

Was tun wir darüber hinaus?

Erfahren Sie mehr über unser gemeinsames Engagement im Bereich der frühkindlichen Bildung mit der BASF SE unter Offensive Bildung.

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