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Vom Schillerhain in den WM-Kader

Spieler und Trainer aus dem Heilpädagogium bei Fußball-WM für Jugendhilfeeinrichtungen.

Die Nachwuchskicker Kevin Ruff und Leon D`Alessio. Foto: evh

Einmal bei einer Fußball-WM im Team der deutschen Nationalmannschaft mitspielen: dieser Traum vieler junger Fußballer wird für Leon D'Alessio und Kevin Ruff aus dem Heilpädagogium Schillerhain demnächst Wirklichkeit. Sie gehören zum Kader der deutschen Mannschaft, die am 15. und 16. Juli an der Fußball-Weltmeisterschaft für Jugendhilfeeinrichtungen in Warschau teilnehmen wird. Als Trainer an der Seitenlinie steht mit Bruno Dietz dann noch ein weiterer Schillerhainer. Der Erzieher gehört zum vierköpfigen Trainerstab, der die Jugendhilfe-Nationalmannschaft betreut.

Leon D'Alessio und Bruno Dietz sind außerdem frisch gebackene deutsche Fußball-Vizemeister. Bei der im Mai zum zweiten Mal ausgetragenen deutschen Fußballmeisterschaft für Jugendhilfeeinrichtungen wurde ihr Team "Joschis Jungs" - eine Spielgemeinschaft mit befreundeten Jugendhilfeeinrichtungen aus Bad Oldesloe und Berlin - erst im Endspiel knapp mit 1:2 geschlagen. "Hätten wir nicht so viel Verletzungspech gehabt, hätte das Finale durchaus auch anders ausgehen können", ist Bruno Dietz überzeugt. "Aber letztlich überwog bei den drei Jungs aus dem Schillerhain, die dabei waren, dann doch die Freude über die Vizemeisterschaft."

"Im letzten Jahr ist das Siegerteam der Deutschen Meisterschaft auch als deutsches Team zur WM gefahren", erzählt Dietz weiter. Im Vorfeld der diesjährigen Meisterschaft hätten die Teilnehmer aber untereinander abgesprochen, diesmal mit einer richtigen Nationalmannschaft an der WM teilzunehmen. Dietz selbst wurde dabei zusammen mit drei Kollegen aus anderen Jugendhilfe-Einrichtungen in den Trainerstab berufen, der die Deutsche Meisterschaft dazu nutzte, aus den besten Spielern der einzelnen Teams den WM-Kader zusammenzustellen.

Mit seinen Leistungen als torgefährlicher Verteidiger hat Leon D'Alessio sich dabei einen Platz in dem zwölfköpfigen Team - die Jugendhilfe-WM wird als Kleinfeldturnier mit Teams zu je fünf Feldspielern und einem Torwart ausgetragen - erspielen können. "Kevin ist als Feldspieler vielseitig einsetzbar, kann außerdem auch als Torwart spielen und verhält sich außerhalb des Platzes absolut professionell," begründet Dietz, wieso auch er für die Nationalelf nominiert wurde, obwohl er bei der Deutschen Meisterschaft nicht dabei sein konnte.

Ein wenig komisch sei es schon gewesen, als er erfahren habe, dass er mit nach Polen fahren dürfe, erzählt Leon. Nervös, betont er, sei er aber nicht: "Ich habe früher im Verein und auch mit der Schule schon viele Turniere gespielt." Lediglich die lange Anreise, vierzehn Stunden mit dem Zug, sei nicht sein Ding. Vor allem freut sich der Fünfzehnjährige darauf, im großen Stadion von Legia Warschau zu spielen, in dem die Finalrunde der Jugendhilfe-WM ausgetragen wird. "Das müsst ihr euch aber erst mal erarbeiten und die Vorrunde überstehen," mahnt sein Trainer. Die wird am ersten Turniertag vor dem Stadion ausgetragen und hat es, so Dietz, durchaus in sich: "Wir haben da innerhalb von fünf Stunden sechs Spiele von jeweils einer Viertelstunde zu bestreiten." Immerhin haben 26 Teams für das Turnier gemeldet, darunter auch Mannschaften aus Jordanien, Japan, Vietnam und Thailand. Die Vorrundengegner der deutschen Mannschaft werden erst am Vorabend des Turniers ausgelost. Während Leon auf Spanien als Gegner hofft, wünscht Dietz sich Spiele gegen Irland und Frankreich: "Die Iren waren im letzten Jahr total herzlich, und die Franzosen hatten 2016 eine super Mannschaft, unheimlich schnell und kombinationsstark."

Damit der Traum von der Finalrunde im Legia-Stadion Wirklichkeit werden kann, haben Dietz und seine Trainer-Kollegen bei einem Trainingslager am letzten Juni-Wochenende in Verden mit ihren jungen Spielern nicht nur Spielzüge, Standards und Taktik trainiert. Ihr Augenmerk galt auch einem disziplinierten Verhalten außerhalb des Platzes und dem richtigen Nutzen der Ruhepausen. "Bis zur WM will ich noch an meiner Ausdauer arbeiten," hat Leon sich bis Mitte Juli noch ein Trainingsziel gesetzt. Doch selbst dann, wenn die ganz großen sportlichen Erfolge ausbleiben sollten: die Fahrt zur WM in Polen, davon ist Bruno Dietz überzeugt, wird für alle auf jeden Fall eine unvergessliche Erfahrung: "Allein schon die Begegnung und der Austausch mit den anderen Jugendlichen aus so vielen verschiedenen Ländern, das ist etwas, was unsere Jungs wahrscheinlich so nicht noch einmal erleben werden."

Hintergrund: Mehr Informationen zur Fußball-WM für Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen gibt es (in Englisch) auf www.hopeformundial.pl

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